Trend-122

Gelenkknorpel aus dem Labor Peter Hahne Journalist, Berlin Peter Hahne Journalist, BerlinGelenkknorpel aus dem Labor Die Biotechnologie ist gut durch die Krise gekommen. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Branche in Deutschland erstmals mehr als 30.000 Menschen, wie das Internetportal „Biotechnologie.de“ berichtet.

Nachgefragt griff sicherzustellen. Und der ist weniger belastend. Die Narben sind kleiner,die Liegezeiten kürzer,der Einstieg ins Be- rufsleben gelingt schneller. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten? Ja,seit gut zwei Jahren.Entnahme und Einsetzen des Ge- webes werden bezahlt, für das Transplantat ist ein so ge- nanntes Zusatzentgelt zwischen der Krankenkasse und dem behandelnden Klinikum zu vereinbaren. Wirtschaftlich war dies ein Meilenstein für unser Unternehmen,wenngleich die bürokratischen Anforderungen zur Genehmigung der An- wendung und die Verhandlungen für ein solches Zusatzent- gelt immer noch sehr umfassend und zeitintensiv sind. Welches sind Ihre wichtigsten Märkte? An erster Stelle steht Deutschland. Es folgen aus mo- mentaner Sicht Italien und Griechenland. Wie schätzen Sie das Marktpotenzial für Ihre Pro- dukte ein? Sehr hoch.Für Deutschland und das übrige Europa setzen wir 10.000 potenzielle Patienten pro Jahr an. Mit steigender Tendenz. Die Menschen werden älter – und biologische The- rapiekonzepte gewinnen zunehmenden Zuspruch bei Ärzten, Krankenkassen und Patienten.Wir rechnen deshalb mit einem substanziellen Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre. Planen sie die Erschließung neuer Märkte? Durchaus. An der Türkei zum Beispiel sind wir sehr in- teressiert. Aber auch hier steht vor dem Markteintritt ein bü- rokratisches Prozedere,welches wir gemeinsam mit unserem potentiellen türkischen Vertriebspartner durchlaufen müs- sen, ehe die erste Anwendung erfolgen kann.Wir haben uns auch mit weiter entfernten Märkten befasst.Logistisch wäre das kein Problem, aber hier bestehen für Medizinunterneh- men zahlreiche administrative Hürden. Unsere Expansions- strategie sieht so aus:Zuerst Deutschland,dann zusätzliche europäische Länder,dann neue Länder außerhalb der EU.Sie dürfen sich als kleines Unternehmen nicht verzetteln. Sie haben seit 1997 rund 30 Millionen Euro inve- stiert, machen aber noch keine Gewinne. Wann ist es soweit? Wir rechnen für 2011 mit einem positiven Ergebnis. For- schung, Produktentwicklung und der Ausbau eines Ver- triebsnetzes verschlingen in einem Biotechunternehmen bekanntlich hohe Summen. Zusätzlich erschwert wird klei- nen und innovativen Unternehmen das Erreichen der Ge- winnschwelle aber auch durch administrative Regelungen.Wie etwa durch die Einführung der europäischen Richtlinien für ATMP.Wir haben für unsere Produkte seit 13 Jahren eine Her- stellungserlaubnis nach dem Arzneimittelgesetz. Dennoch müssen wir nun auf Grund geänderter Richtlinien durch ein europäisches Zulassungsverfahren.Das verschlingt erhebliche finanzielle Mittel.Wir gehen davon aus,dass nicht jedes Un- ternehmen diesen Zulassungsprozess erfolgreich durchlau- fen kann.Das sollte unsere Marktposition langfristig stärken und auch unseren Unternehmenswert deutlich erhöhen. Wie finanzieren Sie sich? Wir finanzieren uns ausschließlich über Eigenkapital.2001 ging co.don an die Börse, inzwischen gab es mehrere Kapi- talerhöhungen. Und natürlich haben wir auch Fördermittel bekommen,vom Land Brandenburg und der Bundesregierung. Reichen Ihre finanziellen Reserven aus? Wir wollen unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken,auch wenn dies in der heutigen Zeit deutlich schwieriger gewor- den ist. Wie bewerten Sie den Standort Deutschland aus Sicht eines Biotechunternehmens? Bei Forschung und Entwicklung muss sich Deutschland nicht verstecken. Auch als Produktionsstandort und für die klinischen Anwendungen spielt Deutschland weltweit eine ganz zentrale Rolle. Aber für forschende Biotechnologieun- ternehmen ist es wegen der hohen Bürokratielasten schwie- rig, die sehr guten Ergebnisse aus dem Labor wirtschaftlich umzusetzen. Hier wären weniger Bürokratie und mehr Marktbewusstsein auch auf administrativer Ebene sicher hilf- reich. Peter Hahne Journalist, Berlin Für forschende Biotechnologieunter- nehmen ist es wegen der hohen Büro- kratielasten schwie- rig, die sehr guten Ergebnisse aus dem Labor wirtschaftlich umzusetzen.

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