Mit dem Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft wurde und wird auch heute noch angestrebt, die Ziele des Liberalismus, des Humanismus, der christlichen Soziallehre und des freiheitlichen Sozialismus miteinander zu verbinden. Die Soziale Marktwirtschaft bildet einen wesentlichen Teil unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Sie führte Deutschland in einer freiheitlichen Gesellschaft zu wirtschaftlicher Stärke und einem bemerkenswerten Wohlstand.
Leitbild 29 sichtigen sind („Wachstum ja,Plün- derung nein“;Beyond GDP-Modell). Fünftens: Freiheit und Verantwortung, Leistung und Solidarität,Risiko und Haftung verbindet ein innerer Zu- sammenhang, der wieder stärker zur Geltung gebracht werden muss (Stakeholder-Ansatz). Er steht im Zentrum der Marktwirtschaft.Wo- hin die Trennung von Freiheit und Verant- wortung führt,hat die Finanzkrise für Jeder- mann evident ge- macht. Sechstens: Der Erfolg von Unternehmen hängt maßgeblich auch vom Verhältnis zu Mitar- beitern, Kunden,Staat und Gesellschaft ab und gebietet Transparenz,Fairness, kooperatives Klima,Sozialpartner- schaft usw. Siebtens: Die Globalisierung hat Vor- und Nachteile, die die Soziale Marktwirtschaft stark tangieren. Neben den positiven Effekten ist sie Ursache für zumindest gefühlte soziale, ökologische und Gerech- tigkeitsverwerfungen. Mit ihr ist eben auch eine Erosion nationaler Politik verbunden.Diese erlaubt es der Wirtschaft und ihren Verbän- den, sich der Ordnungsfunktion und dem politischen „Zugriff“ des demokratischen Staates z.T.zu ent- ziehen. Während die Renditen in- ternational agierender Unterneh- men steigen,entziehen sie den na- tionalen Staaten Arbeitsplätze und Steuerleistungen und bürden die Kosten den Bürgern und nicht glo- bal aufgestellten Unternehmern auf. Diesen Entwicklungen muss die Politik begegnen („Allianz für den heimischen Mittelstand“). Achtens: Bildung,Wissen und Können sowie eine nachhaltige Familien- politik sind die elementaren The- men des 21.Jahrhunderts,die Basis für Chancengerechtigkeit, Innova- tion und Fortschritt. Sie sind der Schlüssel für Lebensqualität und Wohlstand. Ausgehend vom Pri- mat der Elternverantwortung muss die Bildungs- und Familienpolitik eine gesamtgesellschaftliche Auf- gabe sein. Neben dem Staat ist auch die Wirtschaft in der Verant- wortung (nicht eine „im Erwerbs- streben sterbende Gesellschaft“, sondern gebildete Kinder sind un- sere Zukunft). Neuntens: Solidarität, Gemeinsinn, bürgerschaftliches Engagement sind mehr gefragt denn je. Die Defizite der Politik und die Finanzen erfor- dern, dass sich die Bürger künftig verstärkt aktiv einbringen,sich mehr in öffentliche Angelegenheiten ein- mischen. Nachhaltige Zukunftsin- teressen wie Klimaschutz und Ge- nerationengerechtigkeit sind nur schwer organisierbar.Deshalb müs- sen sich Bürger und Wirtschaft für diese Ziele zunehmend einsetzen. Zehntens: „Global denken, lokal han- deln“: Wir brauchen Engagement vor Ort,Optionen für die Bürger,ih- ren Lebensraum zu gestalten, eine Kultur des bürgerschaftlichen„Mit- und Selbermachens“. Auch ist die dringend gebotene Nachhaltigkeit nur mit starkem zivilgesellschaftli- chem Engagement und mit kon- kreten lokalen Maßnahmen zu er- reichen. Ähnliches gilt für die Ko- operations- und Koordinationsak- tivitäten der regionalenWirtschaft (Verbünde,Cluster).DieWirtschaft muss sich an dieser Entwicklung ak- tiv beteiligen. Mit Augenmaß und praktischer Vernunft Die zehn von mir genannten An- satzpunkte sollen Orientierung und Leitplanken für den dringend notwen- digen Erneuerungsprozess der Sozialen Marktwirt- schaft bieten. Dabei wird das Spannungsverhältnis zwischen privater Freiheit und Marktwirtschaft auf der einen sowie öffentli- chem Einfluss und staatli- cher Regulierung auf der anderen Seite nicht besei- tigt, aber doch reduziert. Entscheidend wird sein, ganzheitlich ausgewogene und differenzierte Lösungen mit Au- genmaß und praktischer Vernunft auf denWeg zu bringen.Es kommt auf ein kluges Design und eine verlässliche,ef- fiziente Architektur des Ordnungsrah- mens an,auf eine intelligente,kreative und gerechte Balance zwischen allen beteiligten Akteuren und Interessen. Nur wenn Politik,Gesellschaft und Wirtschaft global eng kooperieren,ha- ben wir eine Chance, die großen Her- ausforderungen des 21.Jahrhunderts zu bewältigen.Wir brauchen dafür einen freien Markt und Wettbewerb ebenso wie verantwortungsvolle Architektur staatlicher Regeln.Wir benötigen eine neue Balance von Markt und Ethik, Wachstum und Nachhaltigkeit,indivi- dueller Leistung und gesellschaftli- chem Zusammenhalt,von Freiheit und Gemeinwohl. Balance zwischen Markt, Ethik und Politik Vereinfachend kann man diesen Erneuerungsprozess als eine „Soziale Kooperation“,als die Herstellung einer effektiven, fairen, nachhaltigen, intel- ligenten und gerechten Balance zwi- schen Markt, Ethik und Politik be- zeichnen. Wir benötigen eine neue Balance von Markt und Ethik,Wachstum und Nachhaltigkeit, individueller Leistung und gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Freiheit und Gemeinwohl.
