Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Neues Handeln der jungen Generation

Deutschland lebt von der Substanz“, sagte Rene S. Spiegelberger, Bundesvorsitzender des Juniorenkreises, zur Eröffnung des 8. WR-Juniorentages. Als Industrienation im Herzen Europas sei unser Land auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen. „Wir müssen uns stark dafür machen, die Blockadehaltung bei Großprojekten und die Dagegen-Gesellschaft in Deutschland aufzubrechen. Sonst ist die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes gefährdet.“ Mehr als 130 junge Unternehmer und Führungskräfte aus ganz Deutschland diskutierten mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Stuttgart.

„Was können wir aus der Krise lernen? Welche Werte hat die junge Generation? Was bedeutet die Energiewende für Deutschland? Diese Themen sind für uns als junge Verantwortungsträger wichtig“, so Dr. Peter Wende, Landesvorsitzender des Juniorenkreises Baden-Württemberg in seinem Grußwort.

„Der Standard einer Gesellschaft ist gleichbedeutend mit dem Standard ihrer Verkehrsinfrastruktur“, sagte Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates und Landesvorsitzender in Hessen. Er rief die junge Generation auf, sich für den Erhalt des Industriestandorts Deutschland für Großprojekte einzusetzen. „Für unsere Zukunftsfähigkeit ist die Großprojektfähigkeit absolut notwendig.“

„Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist einer der wichtigsten Treiber, wenn Deutschland auch in Zukunft eine Rolle in der Weltwirtschaft spielen will“, sagte Ibrahim Evsan, Founder & Managing Director von United Prototype.

„Mittelständler sorgen für Innovation und Wachstum“, betonte Joachim Rudolf, Sprecher der Sektion Stuttgart zum Auftakt des Podiums „Zukunft gestalten – Wachstum am Industriestandort Deutschland“. Bei der Anmeldung von Patenten lägen vor Deutschland nur die USA und Japan. China und Korea holten jedoch auf. Deshalb müsse man sich fragen, ob ausreichend Mittel für Forschung und Entwicklung aufgewendet würden.

„Wachstum muss nachhaltig sein und darf nicht auf Kosten zukünftiger Generationen gehen“, forderte Steffen Bilger MdB, Stellvertretender Vorsitzender der Jungen Gruppe CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Einigkeit herrschte unter den Diskutanten darüber, dass Deutschland als Industrie- und Exportland auf eine leistungsfähige Verkehrs- und Energieinfrastruktur, gute Bildung sowie attraktive Forschungsumgebungen für Unternehmen nicht verzichten könne.

„Wir brauchen bei der Infrastruktur auch einen ‚Ausbau West’“, sagte Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG.

„Wachstum setzt sich aus den Elementen Bildung, Innovation und Schnelligkeit sowie klarer Gesetzgebung zusammen. Hier sind Unternehmer und Staat gefragt“, so Alexander Berger, Vorstand thallos Vermögensverwaltung AG.

„Wir müssen interdisziplinäre Netzwerke etablieren, um in Zukunft erfolgreiche Entwicklungsarbeit leisten zu können“, so Dr. Christoph Gaissmaier, Vorstand TETEC Tissue Engineering Technologies AG.

„Energie muss für Unternehmen bezahlbar bleiben. Wir dürfen die Energiewende deshalb nicht zu schnell umsetzen“, sagte Rainer Otto F. Scharr, Geschäftsführender Gesellschafter, Friedrich Scharr KG.

„Die junge Generation ist besser als ihr Ruf. Sie muss jedoch die Älteren stärker fordern und darf nicht zu angepasst sein“, eröffnete Dr. Ulrich Zeitel, Landesvorsitzender Baden-Württemberg und Mitglied des Präsidiums das zweite Podium „Junge Eliten – erfolgreich, geldgierig, rücksichtslos?“.

„Erfolg und Lebensqualität umfassen mehr als Geld“, so Dr. Stefan Bergheim, Gründer und Direktor Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt.

„Junge Eliten sind nicht geldgierig, aber sie verlangen eine faire Bezahlung und ein ausgewogenes Leben. Sie sind leistungsbereit. Ob sie sich selbst als erfolgreich beurteilt, hängt davon ab, ob ihre Leistung wertgeschätzt wird“, sagte Nadine Schön MdB, Stellvertretende Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

„Erfolg wird neu definiert: ohne materiellen Luxus, ohne Burnout“, so Matthias Kirch, Beauftragter der Geschäftsführung Europa-Park GmbH & Co- Freizeit- und Familienpark, Mack KG.

„Erlösorientierung und soziales Engagement sind kein Widerspruch“, sagte Sonja Zuber, Geschäftsführerin Coocom Medical Communication e.K. „Eliten können weder geldgierig noch rücksichtslos sein – sonst sind sie keine Eliten. Sie sind die Zukunft, aber viel zu leise angesichts dessen, was die Vorgänger-Generationen ihnen aufbürden“, sagte Rosely Schweizer, Schweizer Group KG.

„Es macht nur Sinn in den Rückspiegel zu schauen, wenn es beim Vorwärtsfahren hilft. Dies gilt auch für die Energiewende“, sagte Stefan Thiele, Sprecher der Geschäftsführung EnBW Erneuerbare Energien GmbH. Thiele weiter: „Jetzt heißt es die Umsetzung so gut wie möglich zu gestalten. Es ist gut Erneuerbare zu fördern, aber nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Das EEG ist ein gutes Gesetz, wenn es sich so schnell wie möglich abschafft. Die Umsetzung der Energiewende gestaltet sich vor allem durch die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung für neue Anlagen und Netze wie auch durch zu lange Genehmigungsverfahren schwierig.

Katja Sandscheper
Redakteurin in der Pressestelle
Wirtschaftsrat der CDU e.V.